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„Dann war ich nur noch eine Nummer…“ – Zeitzeugengespräch mit Franz Rosenbach

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Seit über zwölf Jahren berichtet der Nürnberger  Franz Rosenbach als Zeitzeuge  an Schulen über seine Verfolgungen durch die Nationalsozialisten. Er wurde verfolgt, weil er der Gruppe der „Sinti“ angehörte. Jetzt war er auch bei uns zu Gast und berichtete auf eindringliche Weise über seine lange Odyssee durch mehrere Konzentrationslager der Nazis, die er nur knapp überlebte. Frau Birgit Mair moderierte Vortrag und Diskussion.

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Vor genau 70 Jahren trafen sich deutsche Nazi-Größen in einer Villa am Berliner Wannsee und beschlossen in einer „Besprechung mit anschließendem Frühstück“ die organisatorischen Details für die Ermordung von 11 Millionen Juden und anderen missliebigen Volksgruppen in Europa. Als „Wannsee-Konferenz“ ging dieses unselige Treffen, das zynischerweise wirklich mit einem gemütlichen Frühstück endete, in die Geschichte ein. Franz Rosenbach erlebte die Konsequenzen am eigenen Leib.

Der 16jährige Reichsbahn-Lehrling Franz wird vom Arbeitsplatz abgeholt und zusammen mit Mutter, 6 kleinen Geschwistern und anderen Verwandten in einen Lieferwagen gesteckt und nach Wien ins Polizeigefängnis verschleppt. Dort erfährt die Familie endlich den Grund der Verhaftung – sie sind Sinti, damals „Deutsche Zigeuner“ und werden deshalb als „lebensunwerte asoziale Elemente und Kriegsverbrecher“  angesehen. In einem überfüllten Viehwaggon stehend werden sie nach Ausschwitz gebracht. Franz wird am ganzen Leib geschoren, tätowiert, bekommt verdreckte, verlauste  Häftlingskleidung und wird als arbeitsfähig in ein Sonderkommando gesteckt. Seine Familie sieht er nie wieder…
Seine Odyssee führt ihn weiter in das KZ Buchenwald. Dort muss er unter unmenschlichen Bedingungen im Steinbruch arbeiten. Das Ziel der Nazi-Schergen ist „Vernichtung durch Arbeit“. Franz kommt ins KZ Dora (im Harz) und muss dort unterirdische Stollen für die deutsche Rüstungsindustrie bauen. Mit viel Glück und der Hilfe von Mitgefangenen  überlebt er einen Todesmarsch und erlangt endlich die Freiheit. Es ist Mai 1945, Franz Rosenbach ist 18 Jahre alt und kann endlich leben…

Am Ende des Gesprächs wandte sich Herr Rosenbach in einem eindringlichen Appell an alle Schüler: “Ihr seid jung, ihr habt das Leben vor euch! Macht das Beste daraus und sorgt dafür, dass so etwas nie wieder passieren kann!“