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Schülerwettbewerb zum Thema Jugendkriminalität

 

Der Mensch darf nicht auf sein Verbrechen reduziert werden.

Wir sind in unserem Projekt  „Ab in den Knast!-

Wie muss Strafe sein?"der Jugendkriminalität im Sozialkundeunterricht auf den Grund gegangen.

Brutaler Teenager (18) prügelt in Disco!

Jugendlicher bedroht Tankwart mit Gaspistole

Solche Schlagzeilen liest man fast täglich in den Boulevardzeitungen.

Viele meinen, unser Strafrecht sei zu lasch – und die Jugendlichen würden zu wenig abgeschreckt.

In Arbeitsgruppen informierten wir uns dabei:-        

Was sind typische Delikte von Jugendlichen?

-         Welche Altersgrenzen gibt es bei Strafen?

-         Welche Strafen gibt es überhaupt?

-          Welche Rolle spielt der Erziehungsgedanke und die Prävention dabei?

-         Welche Rolle haben Eltern und Schule?

Nach unseren eigenen intensiven Recherchen befragten wir dazu Experten.

Wir luden uns dazu einen Mitarbeiter der Jugendgerichtshilfe Herrn Uwe Herbst in den Unterricht ein und sprachen mit ihm darüber, welche Möglichkeiten es vor Ort im Landkreis gibt, um Jugendkriminalität zu verhindern. Für das Unterrichtsgespräch war allerdings Vertraulichkeit vereinbart. Deshalb kann an der Stelle leider nicht im Detail öffentlich berichtet werden.

Nur so viel zur Zusammenfassung. Die Jugendkriminalität geht seit 2005, das sind fast 10 Jahre, ständig zurück. Die Kriminalitätsstatistik belegt den Rückgang deutlich. Deutschland ist europaweit was Jugendkriminalität angeht auf dem letzten Platz im internationalenVergleich. Nirgends begehen Jugendliche weniger Straftaten. Wenn es überhaupt ein drängenden Handlungsbedarf gibt dann bei den 40 Jährigen. Hier wird am meisten gegen Recht und Ordnung und die Gesetze verstoßen. Das Thema ist also in den Medien völlig überzogen. Traurige Einzelfälle werden leider auf dem Rücken von uns Jugendlichen gepusht. Leider auch zum Leidwesen der ganzen Bevölkerung. So trauen sich manche Senioren nachts schon nicht mehr S-Bahn fahren, aus Angst vor den kriminellen Jugendlichen.

Jugendgerichtshelfer Uwe Herbst:

Schärfere Strafen bringen gar nichts. Länder mit härteren Strafen (Todesstrafe ) haben ganz hohe Tatvertächtigenzahlen. Eher das Gegenteil ist der Fall. Jugendliche im Arrest kommen sogar mehr auf die schiefe Bahn.

Besonders schlecht schneiden Gefängnisstrafen ab. Hier gibt es einen richtigen Drehtüreffekt. Vorne raus und hinten wieder rein.Drei von fünf weggesperrten Jugendlichen entscheiden sich für eine kriminelle Karriere.

Knast ist deshalb nicht immer eine gute Lösung. Viel bessere Erfahrungen macht man im Landkreis bei sog.Wochenendarresten mit richtig harten Workshops, ohne Handy etc. Übernachtung und Eigenversorgung.Selbstreflexion der Taten, Zielsetzung für weiteres Verhalten, regelmäßige, verpflichtende Sozialarbeiterkontakte etc.

 Unsere Ergebnisse und Meinungen versuchten wir im Deutschunterricht zu einem Radiofeature aufzubereiten. Als Laien in Sachen Tonstudio schafften wir es dann doch nicht wirklich unsere Produktion rechtzeitig zu liefern. Die Aufnahmetechnik war sehr empfindlich und einige O-Töne hätten gefiltert werden müssen. Dazu kam, dass die Bearbeitungssoftware der Medienstelle im Landratsamt sich leider als sehr kompliziert herausstellte und so blieb unser Audiopodcast unvollendet. Aber der Weg war das Ziel und unser eigenverantwortliches Lernen innerhalb des Unterrichtsprojektes hat uns sehr viel gebracht - auch wenn wir nicht auf Sendung sind.