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Ihr müsst was machen!“ ermunterte Landtagsabgeordnete Gabi Schmidt SchülerInnen des bsz-[scheinfeld] am “equal pay day”

 

Bei der Podiumsdiskussion am vergangenen Freitag im bsz[scheinfeld] diskutierten 70 angehende Kinderpflegerinnen und Sozialbetreuerinnen mit der Landtagsabgeordneten Gabi Schmidt zum Thema Gleichberechtigung. Die Abgeordnete der freien Wähler aus Gutenstetten war genau die richtige Frau für dieses Diskussionsthema.

Die 46jährige ist Mutter von drei Töchtern und hat eine sehr moderne Vorstellung von Familienpolitik, die ganz auf Chancengleichheit zielt. Als sozialpolitische Sprecherin ihrer Fraktion hat sie die positive Erfahrung gemacht, dass man auch aus der Opposition heraus Politik mitgestalten kann.

Frauen haben das Recht sich beruflich zu verwirklichen. Oft bleibt bei der Doppelbelastung durch Familie und Beruf zu wenig Zeit für den Einsatz für die Frauenrechte. Frauenquoten in der Politik und in der Wirtschaft können die Situation verbessern helfen.

Allerdings hat das Thema Gleichberechtigung nicht den nötigen Stellenwert in der Politik und in den Medien.Es kann nicht sein, dass Frauen fast 1/3 weniger im Durchschnitt verdienen als Männer. Im Alter steht ihnen oft nur 40% der Durchschnittsrente zu. Sie möchte, dass diese Schere sich schließt. Der Bart muss ab.

 

Die Lebenswelt der jungen Frauen hat sich verändert. Mütter wollen nach der Geburt ihres Kindes zügig in den Beruf zurück. 60% der Eltern wünschen sich, Familie und Geldverdienen zu gleichen Teilen zu übernehmen. Aber nur 14% der Familien schaffen das. Hier muss auch die Wirtschaft flexibler werden. Arbeitgeber dürfen Frauen nicht als „Risikofaktoren“ ansehen. Ihr Landtagsbüro leitet eine alleinerziehende Mutter von zwei Kindern - und das funktioniert. Die jungen Frauen sind bestens ausgebildet. Man muss sie ermutigen früh in den Beruf zurückzukehren, sagt Frau Schmidt. Das wahrt die Zukunftschancen. Einfacher ist es in den eigenen vier Wänden gleichberechtigt zu leben. Frau Schmidt riet den jungen Frauen den Leistungsanspruch an ihre Geschlechterrolle zu reduzieren. Wie gut muss ich als Mutter sein? Muss meine Erziehung perfekt sein? Der Ausbau von Kinderkrippen sorgte für Diskussionsstoff. Die Abgeordnete ist überzeugt „die Kleinen leiden nicht“ in den Einrichtungen. Die Angebote sind für Alleinerziehende immer noch zu wenig ausgebaut. Häufig hat Frau Schmidt Frauen als schärfste Frauenkritikerin erlebt. Aus Wahlanalysen weiß man, dass die weibliche Bevölkerungsmehrheit im Land lieber Männer wählt, als jüngere oder besser qualifizierte Geschlechtsgenossinen. Würde nur 1/3 der Frauen gezielt Frauen wählen, hätte die Gleichberechtigung schnell einen höheren Stellenwert. Einige Jungs machen die Ausbildung zum Kinderpfleger bzw. Sozialbetreuer am bsz. Sie berichteten in der Diskussion, dass sie am Arbeitsplatz sehr geschätzt werden, auch von ihren Kumpels werden sie nicht belächelt, ganz im Gegenteil. Sie warben für mehr Männer in typischen Frauenberufen. Breiten Raum nahm das zentrale Projekt Lebenskunde als Unterrichtsfach ein. Mit der Einführung des Faches Lebenskunde in allen Schularten von Klasse 1 bis 6 sollen die Kinder Grundfertigkeiten vom Kochen, Ernährung, Haushalts-führung bis zum Handyvertrag erlernen. Hier warb die Abgeordnete um Unterstützung. Einige Schülerinnen sprachen sich für ein soziales Pflichtjahr aus. Ebenso fand eine Herabsenkung des Wahlalters bei der Kommunalwahl auf 16 Jahre und verpflichtende Jugendparlamente in Städten und Gemeinden breite Zustimmung unter der Schülerschaft.

Die zwei Unterrichtsstunden mit der Politikerin zum Anfassen vergingen wie im Flug. Gerne hätten die Jugendlichen noch länger besonders zu den Inhalten des Faches Lebenskunde diskutiert. Frau Schmidt versprach den beiden Schülersprecherinnen und soveränen Diskussionsmoderatorinnen Sandra Besold und Lisa Öser: „Fortsetzung folgt!“.