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Als Kleinkind in Nazi-Lagern überlebt: Zeitzeugentag am bsz-[scheinfeld]

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Einen besonderen Schultag erlebten die Klassen ki111, ki112, soz11 und soz10 mit dem Besuch der Zeitzeugin Frau Eva Franz am bsz-[scheinfeld]. Als Überlebende des Nazi-Terrors schilderte sie bewegend ihre frühe Kindheit in drei Konzentrationslagern.

Als Eva zweieinhalb Jahre alt war, wurde ihre gesamte Familie in das Vernichtungslager Ausschwitz - Birkenau deportiert. Als dafür Grund genügte, dass sie der Volksgruppe der Sinti und Roma, damals verächtlich „Zigeuner“ genannt, angehörten. Dort wurde dem kleinen Mädchen mit Tinte und einer Stahlnadel die Häftlingsnummer 4167 eintätowiert,. Frau Franz trägt die Nummer bis heute.
Zusammen mit Mutter und Geschwistern kam die kleine Eva von Ausschwitz nach Ravensbrück. Dieses Frauenlager war berüchtigt für „medizinische“ Versuche an den inhaftierten Insassinnen, die diese oft nicht überlebten. Evas Geschwister  starben im Lager. Gegen Kriegsende wurde Eva mit ihrer Mutter weiter nach Bergen-Belsen deportiert, die Mutter musste mit den anderen Frauen im Straßenbau bis zur Erschöpfung arbeiten. Als sie während der Arbeit zusammenbrach und starb, musste   die fünfjährige Eva mit ansehen, wie sie von Wachleuten einfach weggeschleppt wurde. Eine mutige Mitgefangene, die in der Baracke auf der Pritsche neben Mutter und Tochter geschlafen hatte, kümmerte sich fortan um das kleine Mädchen, so dass sie das Lager überlebte. Nach der Befreuung traf sie nach etlichen Wirren ihren Vater wieder, der neben Eva als einziges Mitglied einer 36-köpfigen Großfamilie den Terror überlebt hatte!
Die Schülerinnen und Schüler waren von der Lebensgeschichte der alten Dame tief beeindruckt, etliche bedankten sich zum Schluss noch persönlich bei ihr für die bewegende und aufrüttelnde Schilderung.