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Als Kind drei Konzentrationslager überlebt: Zeitzeugin Frau F. am bsz-[scheinfeld]

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Als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ findet bei uns am BSZ alljährlich ein Zeitzeugentag gegen das Vergessen der Nazigräuel statt.

Für die teilnehmenden Klassen k111, k112, soz11, EuV11, EuV12, JoA und BGJ  begann dieser besondere Schultag mit dem Spielfilm „Der Junge im gestreiften Pyjama“. Im Anschluss schilderte Frau F. in bewegenden Worten ihre frühe Kindheit in drei Konzentrationslagern.

Als Eva zweieinhalb Jahre alt war, wird ihre gesamte Familie  in das Vernichtungslager Ausschwitz-Birkenau (in der Nähe der polnischen Stadt Krakau) verschleppt. Als Grund dafür genügt , dass sie der Volksgruppe der Sinti und  Roma, damals verächtlich „Zigeuner“ genannt, angehörten. Im Lager wird dem kleinen Mädchen mit einer Stahlnadel die Häftlingsnummer „4167“ auf den Unterarm tätowiert. Frau F. trägt die Nummer bis heute. Zusammen mit Mutter und Schwester kommt die kleine Eva von Ausschwitz nach Ravensbrück. Dieses Frauenlager in der Nähe von Berlin war berüchtigt für die oft tödlich endenden „medizinischen“ Versuche an den Insassinnen. Evas Schwester stirbt dort. Kurz vor Kriegsende wird das Lager von der SS geräumt und alle Gefangenen nach Bergen Belsen (zwischen Hannover und Hamburg) deportiert. Die Mutter muss wir alle anderen Frauen bis zur Erschöpfung im Straßenbau arbeiten. Als sie bei der Arbeit tot zusammen bricht, kümmert sich eine mutige Mitgefangene um Eva und rettet ihr so das Leben. Nach der Befreiung des Lagers durch britische Soldaten trifft sie nach etlichen Wirren und glücklichen Zufällen ihren Vater wieder, der neben Eva als einziges Mitglied der 36-köpfigen Großfamilie den Holocaust  überlebt hat.

Schülerinnen und Schüler waren von der Lebensgeschichte der alten Dame tief beeindruckt, etliche bedankten sich zum Schluss noch persönlich bei ihr für die bewegende und aufrüttelnde Schilderung.