Berufsausbildung in der...

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Schon mehr als 100 Tage im Amt …

151111 100400 NIKON D90 Scheinfeld 011 DxO8Stimmt das wirklich? Es ist schon mehr als 100 Tage her, dass ich nun auch für das Staatliche Berufliche Schulzentrum Scheinfeld die Leitung übernommen habe? Wie schnell die Zeit vergeht!

Wenn ich jedoch die letzten Wochen Revue passieren lasse, ist es kaum zu glauben, dass das alles in nur 100 Tagen geschehen sein soll.

Natürlich musste bereits in den Sommerferien das neue Schuljahr vorbereitet und organisiert werden. Diese Aufgabe war für mich nicht gerade leicht, weil ich damit schon, bevor ich überhaupt die Chance hatte, das Kollegium ein bisschen kennen zu lernen, gezwungen war, Entscheidungen zu treffen. Wie verlässlich sind die Schüleranmeldungen? Wie viele Klassen können wir wagen zu bilden? Wer übernimmt welche Klassenleitung? Welche Fächer unterrichten die Lehrkräfte mit Vorliebe und Begeisterung? Wer von den Verwaltungsangestellten ist für was zuständig? Wo in den Gebäuden sind überhaupt welche Klassenzimmer und Fachräume? Ein riesiger Berg an Fragen, den ich dank großer Unterstützung aller am bsz-[scheinfeld] Tätigen Tag für Tag versuche abzubauen.

Gleich zu Beginn gewährte mir ein Rundgang mit Herrn Hausmeister Reuß höchst kompetent Einblicke in den Gesamtkomplex der Schulanlage. Dabei wurde jeder Raum vom Keller bis zum Dachboden inspiziert, so dass ich eine perfekte Analyse der Gebäude und eine unverzichtbare Orientierungshilfe geboten bekam. Als erste Maßnahme daraus wurde die Beschulung des BGJ Agrar für den praktischen Unterricht in den Werkstätten der Berufsschule in Neustadt beschlossen.

Aufklärende Gespräche mit den Verwaltungsangestellten Frau Baußenwein und Frau Grauvogl ermöglichten es mir, mich schnell mit dem Ablagesystem, der Aufgabenverteilung im Sekretariat und dem Finanzhaushalt vertraut zu machen.
Wichtig war auch ein Austausch mit der Reinigungsfirma und ist die immer mal wieder stattfindende, abendliche Unterhaltung mit der für den Verwaltungsbereich zuständigen „Reinigungs-Perle“.

Weitere Erkenntnisse konnte ich gewinnen durch die Funktionsträger- und Anfangskonferenzen, den Jour fixe zur Terminabstimmung, die Stundenplanbesprechungen, die Sitzung der erweiterten Schulleitung, die Gespräche mit dem Personalrat, mit Fachbetreuern, dem stellvertretenden Schulleiter Herrn Völker und einzelnen Kollegen. Formal jedoch durchschaut man eine Schule immer am besten durch die im Oktober fällige Erstellung der Lehrerbedarfsberechnung und Statistik.

Um die Menschen, die hier täglich wirken, kennenzulernen, boten bislang der Pädagogische Tag, Teamsitzungen, Ausbildungsgespräche, Anleitertreffen, die Organisation und Durchführung von Projekten und Veranstaltungen wie der Ausbildungsplatzbörse, der Ausstellung „VorBilder gegen Rechtsextremismus“, dem Scheinfelder Holztag, „Teambildung und gemeinsames Kochen der Schüler aus der EuV mit Auszubildenden der Sparkassen im Landkreis“ und der Vorbereitung der Schüler/innen auf ihr Praktikum in Norwegen beste Gelegenheiten.

Ein Highlight für mich war, die neuen Lernenden unserer Schulen mit dem Motto „Glaube, Liebe, Hoffnung“ zu Schuljahresbeginn begrüßen zu dürfen und auch die anderen Auszubildenden für ihren weiteren beruflichen Weg bei uns willkommen zu heißen.
Es ist für mich ein tolles Erlebnis, in das Schulleben in Scheinfeld so schnell integriert worden zu sein und doch ist es ernüchternd zu wissen, an wie vielen weiteren Veranstaltungen ich bislang schon aus Zeitgründen nicht teilnehmen konnte. Das bsz-[scheinfeld] ist zwar nach aktuellem Stand eine eher kleine Schule mit 276 Vollzeitschülern und gut 30 Lehrkräften, aber genau genommen sind es vier Schulen – Kinderpflege, Ernährung und Versorgung, Sozialpflege und Agrar – mit jeweils eigenen Besprechungen, Projekten und Veranstaltungen.

Sehr gewöhnungsbedürftig empfinde ich es, nun deutlich weniger Schülerkontakt zu haben, eine Aufgabe, die ich immer geschätzt habe, weil es mir stets wichtig war, unsere Schüler zu kennen. Die Schwerpunkte meiner Arbeit haben sich jetzt aber verändert. Ich habe die Herausforderung und den Anreiz angenommen, ein neues Kollegium kennenzulernen und gemeinsam mit ihm am bsz-[scheinfeld] die Zukunft zu gestalten. Dabei ist das Interessanteste, Synergien mit meinen anderen Schulen zu entdecken und eine konstruktive Zusammenarbeit anzubahnen. In einigen Punkten ist uns das schon gelungen:

  • Das Team der erweiterten Schulleitung, die an den Berufsschulen, der Wirtschaftsschule und dem bsz-[scheinfeld] eingeführt wurde, entwickelte gemeinsam ein Konzept, welches in einer großen Gesamtkonferenz allen Kolleginnen und Kollegen vorgestellt wurde.
  • An der Beschulung der Flüchtlinge und Asylanten in unseren vier BIJ-Klassen sind Lehrkräfte all unserer Schulen beteiligt.
  • Drei Kolleginnen der Wirtschafts- bzw. Berufsschule sind unterrichtlich auch am bsz-[scheinfeld] eingesetzt.
  • An einem Unterrichtstag in der Woche wird das BGJ Agrar in den Werkstätten der Metall- und Bau-/Holzabteilung in Neustadt a. d. A. beschult.
  • Am Personalausflug der Berufsschule nahm auch eine Vielzahl der Scheinfelder Kollegen teil.


Das alles geschah in nur 100 Tagen? Kaum zu glauben. Leistbar war es, weil ich von meinen Teams stets unterstützt wurde und sie Verständnis dafür zeigten, dass ich eben nicht an allen vier Standorten in Bad Windsheim, Neustadt a. d. A. und Scheinfeld gleichzeitig sein kann. Herzlichen Dank!